Freiheit in Forschung & Lehre

Mehr Freiheit in Forschung & Lehre

 
Was hat Humboldt dazu gesagt?
1792 erklärte Wilhelm von Humboldt in seiner Abhandlung "Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen", 
dass der wahre Zweck des Menschen im Erlangen seiner  höchsten und proportionierlichsten Bildung liegen würde. Zu dieser Bildung sei Freiheit die erste und unerläßliche Bedingung, so Humboldt. 1809 schrieb er dann, im Antrag auf Errichtung der Universität Berlin, der Staat müsse die innere Überzeugung hegen, dass, wenn die Universitäten ihren Endzweck erreichen, sie auch seine Zwecke erreichen würden und zwar von einem viel höheren Gesichtspunkte aus. Dafür jedoch sei abermals Freiheit die wichtigste Ressource. 
Heute, im Jahr 2016, sehen wir es als unsere Aufgabe an, erneut an diese Thesen anzuknüpfen und die Freiheit in Forschung & Lehre, der also dem Sinnesduo der humboldtschen Universitas litterarum zu Grunde liegenden Forderung, zurückzufordern. 
 
Was der LHG fordert: 
 
1) Freiheit in Forschung & Lehre und die autonome Hochschule:
Ein selbstbestimmtes Studium der einzelnen Studierenden ist nur möglich, wenn die gesamte Hochschullandschaft freiheitlich orientiert ist und dabei eine breite Vielfalt bietet. Ziel ist ein vielseitiges Angebot an Hochschulen mit unterschiedlichen Profilen, Angeboten und methodischen sowie thematischen Schwerpunkten. Eine politische Einflussnahme auf die Inhalte von Forschung und Lehre darf nicht möglich sein. Daher setzt sich der LHG für die  institutionelle, personelle und finanzielle Autonomie der Hochschulen ein.
 
2) Zivilklausel verhindern!
Zivilklauseln* sind ein Element der Unfreiheit, da sie den Wissenschaftlern verbietet komplett frei zu forschen. Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen spricht sich daher gegen die Einführung einer generellen und uneingeschränkten Zivilklausel aus. Dennoch erkennen wir die Hochschule als zivile Einrichtung anund befürworten die konstruktiv-kritische Auseinandersetzung im Einzelnen mit allen Forschungsprojekten.Wir sehen dabei jeden einzelnen Akteur an der hochschule (Professor, Student, Hochschulleitung) in der Verantwortung über die Vor- und Nachteile eines Forschungsprojektes zu reflektieren und abzuwägen.
 
 
 *Zivilklausel: Eine Zivilklausel ist eine Regelung, die eine wissenschaftlichen Einrichtung dazu verpfichtet, ausschließlich zu zivilen Zwecken zu forschen.